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Der Mensch ist die beste Medizin des Menschen

Manfred Hillje

…sagt ein nigerianisches Sprichwort. Eine Weisheit, die auch den Menschen hilfreich ist, die in unserer Stadt einen maßgeblichen Anteil daran haben, Menschen für eine Beschäftigung in ihrem Betrieb auszuwählen und einzustellen.

 

Das Haus des Handwerks an der Ecke Columbusstraße/Elbestraße ist nicht nur Sitz von Kreishandwerkerschaft, InCoTrain GmbH und Akademie des Handwerks. Seit dem 4. Januar 2010 hat der Integrationsberater Manfred Hillje vom Team des Integrationsfachdienstes Bremerhaven-Wesermünde dort sein Büro bezogen. Seine Aufgabe ist es, Betriebe zur Schaffung von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen für Menschen mit Behinderungen zu beraten und zu unterstützen, Praktikums-, Arbeitstrainings- und Probebeschäftigungsplätzen für schwerbehinderte Menschen zu akquirieren und behinderten Menschen Hilfestellung und Informationen im Zusammenhang mit ihrer beruflichen Eingliederung und deren Sicherung zu geben.


Seit  fast einem Jahr bin ich nun bei den Elbe-Weser Werkstätten gGmbH im Team des Integrationsfachdienstes als Integrationsberater tätig.
Im Gegensatz zu den Kollegen im Integrationsfachdienst verfüge ich über eine kaufmännische Ausbildung. Ich war lange Zeit leitend tätig, unter anderem auch im Berufsbildungszentrum der Kreishandwerkerschaft Bremerhaven.  Aus dieser Arbeit heraus ergab sich auch eine  ca. 25 jährige ehrenamtliche Tätigkeit in verschiedenen Prüfungskommissionen der Handwerkskammer, z.B. den Ausbildungsgängen zum „Betriebswirt des Handwerks“, dem „Technischen Betriebswirt“, der „Ausbildereignungsprüfung“ und verschiedener Meisterprüfungskommissionen. Somit ist mir das Handwerk sehr gut bekannt. Ich kenne auch die Sorgen und Probleme im betrieblichen Alltag eines Handwerkbetriebes.
In enger Zusammenarbeit mit dem Handwerk wurde zum 01.01.2010 ein Büro im Haus des Handwerks eingerichtet und von mir bezogen. Dadurch  ist eine gute Zusammenarbeit mit der Handwerksorganisation hier in Bremerhaven möglich. Beispielsweise durch den Besuch von Kursen, wie  „Betriebswirt des Handwerks“, „Vorbereitung zur Ausbildereignungsprüfung“, Kurse zum „Technischen Betriebswirt“ und den Fachkursen zur Meisterprüfung, die einen guten Zugang zu künftigen Leistungsträgern im Handwerk ermöglichen.
Außer dem Handwerk haben auch die Industrie- und Handelskammer und der Unternehmensverband Bremerhaven ihre Zusammenarbeit und Unterstützung zugesagt.
So werden inzwischen erstellte Flyer der Integrationsberatung in Kürze an die ca. 650 Mitglieder der Kreishandwerkerschaft und an die ca. 4500 Mitglieder der IHK-Bremerhaven durch diese Organisationen an ihre Mitgliedsbetriebe verteilt werden.
Ein Beirat, dessen Zusammensetzung aus den verantwortlichen Mitgliedern aller beteiligten Organisationen besteht, wird im Herbst dieses Jahres zum zweiten Mal tagen. Hier werden die Erfahrungen aus diesem Projekt vorgestellt und Möglichkeiten einer aktiven Unterstützung besprochen.

Meine Aufgabe besteht darin, in Bremerhaven Betriebe zu besuchen, um Arbeits- oder Ausbildungsplätze für Menschen mit Behinderungen zu finden. In diesem Zusammenhang bietet dieses Projekt ein Angebot für den Betrieb, wenn es um diesbezügliche Fördermöglichkeiten und Antragstellungen geht, aber auch, um Arbeitgeber zur Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen zu beraten.
Ich nehme telefonischen Kontakt mit Betrieben auf und versuche, mit dem Personalverantwortlichen einen Gesprächstermin zu vereinbaren. Dies gelingt in der Regel auch recht gut. Das Gespräch beginnt mit der Darstellung meiner Aufgabe und geht dann über in einen Informationsaustausch, in dem auch die aktuelle  betriebliche Situation und die personelle Situation angesprochen werden. Bei der Thematik „schwerbehinderte Mitarbeiter“ erlebe ich die unterschiedlichsten Reaktionen. Diese reichen von sehr guten Erfahrungen, schlechten Erfahrungen oder aber überhaupt keinen Erfahrungen. Wie in allen anderen Lebenssituationen werden gemachte „schlechte Erfahrungen“ viel besser in Erinnerung behalten als alle anderen. Keine Erfahrungen bieten für mich Ansatzpunkte, eventuell vorhandene Vorurteile bezüglich der Einstellung  behinderter Menschen und den mit der Beschäftigung von behinderten Menschen einhergehenden rechtlichen Rahmenbedingungen anzusprechen und die Vorteile eines solchen Beschäftigungsverhältnisses herauszustellen. Von großer Bedeutung ist natürlich die aktuelle wirtschaftliche Situation, die einen Erfolg im Sinne der „Einstellung eines Menschen mit Behinderung“, leider oft verhindert. Schließlich ist es auch wesentlich, ob eine freie Stelle zur Verfügung steht. Dabei erlebe ich zum Glück oft sehr erfreuliche Kontakte, die zwar nicht gleich zum Erfolg führen, die aber das Gefühl vermitteln, hier könnte sich in der Zukunft noch etwas tun. Hilfe und Unterstützung erhalte ich vom IFD-Team der Elbe-Weser Werkstätten, das auf eine lange erfolgreiche Arbeit in der Vermittlung ihrer Teilnehmer zurückblicken kann.
Über die Integrationsberatung konnten inzwischen 5 Arbeitsplätze akquiriert werden und die ein oder andere Möglichkeit für Probebeschäftigungen oder Praktika gefunden werden.

So bleibt zum Schluss die gute Hoffnung, in dieser Tätigkeit noch erfolgreicher wirken zu können. Zum Wohle vieler Menschen mit Beeinträchtigungen, welche auf einem heiß umkämpften 1. Arbeitsmarkt oft grundlos in die zweite Reihe bei einer Bewerbervorauswahl gestellt werden.

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